Rechnitz - Marathoncup Austria

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

19.9.2017 => Kurzer Bericht zur Gschriebensteiner Roas 2017 in Rechnitz
Nachdem ich immer auf der Suche nach neuen Veranstaltern für den Marathoncup bin, habe ich mich entschlossen, nach Rechnitz zur Gschriebensteiner Roas zu fahren und dort teilzunehmen. Onkel Poldi hat Wanderkollege Johannes Macho und mich bereits vorangemeldet und so trafen wir uns pünktlich zum Start um 6.30Uhr. Auch Marathoni Manfred Fuchs konnten wir am Start begrüßen. Sonst leider keine bekannten Gesichter. Das Wetter zum Start kühl und nebelig und nach Einweisung durch den Veranstalter erfolgte der Massenstart kurz nach 6.30Uhr.
Die Schnellsten bolzten gleich vorne weg, darunter natürlich auch Marathoni Johannes Macho. Durch den teilweise starken Nebel ist er meinen Blicken bald entschunden und so krabbelte ich halt wieder hinterher. Die Markierung absolut sicher und gut, was sich aber in Ungarn schlagartig ändern sollte!
Nach gut einer Stunde und 9,37km erreichte ich die erste Kontroll- und Labestelle Althodis. Vor der Naturparkschule war eine riesige Labestelle aufgebaut und alles gratis zu haben, was das Herz so brauchte.
1. Kontroll- und Labestelle Althodis

Nach einer kurzen Pause und Verzehr eines Leberbrotaufstriches ging es ab nun bergwärts auf den Gr. Hirschenstein. Der Nebel wurde dichter, der Wind verstärkte sich und es wurde mit zunehmender Höhe auch immer kälter und von den Bäumen fielen dicke Wassertropfen. Irgendwie hatte man das Gefühl es regnet. Nachdem ich nach 12,74km endlich den Gipfel und das Gipfelkreuz erreicht hatte, ging es nun über einen schönen Waldweg wieder talwärts, wo ich um 8.39 Uhr und 17,6km die zweite Kontroll- und Labestelle in Oberkohlstätten erreichte. In der Hütte war wieder eine tolle Labestelle eingerichtet. Wieder gönnte ich mir ein kleines Scherzerl Leberaufstrichbrot.
2. Kontroll- und Labestelle Oberkohlstätten

Nach einer weiteren kurzen Pause folgte ich der Markierung und den Bodenpfeilen zuerst nach Weißenbach, weiter nach Langeck und schlußendlich erreichte ich das Naturparkbüro in Lockenhaus um 9.43Uhr. Mit 27,57km sollte bald die Hälfte geschafft sein. An dieser Labestelle gab es nur warme Speisen und so trank ich nur einen Becher Mineralwasser und setzte meinen Weg fort.
3. Kontroll- und Labestelle Lockenhaus

Unser Marathoni Johannes wird schon um etwa drei Kilometer weiter sein, so meine Gedanken und Onkel Poldi war nur am Start gesichtet. Vor Langeck verspürte ich plötzlich einen stechend brennenden Schmerz in der Aufhängung meines rechten Oberschenkels und konnte nur mehr mit Schmerzen weiter. Etwas verlangsamt folgte ich der guten Markierung und erreichte kurz nach Rattersdorf im Wald die Hubertuskapelle, die vierte Kontroll- und Labestelle. Es ist bereits 10,51Uhr und 36,63km geschafft. Noch 20km und es sollte geschafft sein, aber es wird sich bald ändern. Eine sehr nette Dame verantwortete diese Labestelle. Diesmal kein Kontrollstempel sondern nur ein Ausstreichen aus der Nummerliste und Eintragung der Uhrzeit reichte. Ich verzehrte mittlerweile ein Banane und trank Mineralwasser dazu. Nach kurzem Smaltalk ging es für mich wieder weiter.
4. Kontroll- und Labestelle Rattersdorf
Bald betrat ich ungarisches Gebiet und die gute Markierung mit den Bodenpfeilen gab es nicht mehr, nur mehr die Permanetmarkierung mit dem Grschiebensteinwanderer. Höllischer Lärm mitten im Wald, erzeugt von einem Motocrossfahrer auf seiner Maschine, wahrscheinlich den Auspuff total ausgeräumt. Der Weg nun auch schmäler teils durch verwachsenen Steig, wo ich nun vor den Ort Kőszeg eine Wanderwegkreuzung erreichte, wo die grüne und blaue Markierung links abbog und ich dieser folgte. Ich kam zu einer alten aufgelassenen Fabrik überquerte einen alten Steg und folgte weiter der Markierung bis ich mir nicht mehr sicher war und den Streckenplan herausholte. Leider dieser Plan in dieser Situation total unbrauchbar. Weiters vermisste ich den Gschriebensteinwanderer und so drehte ich um und wanderte zu dieser Wanderwegkreuzung wieder zurück. Tatsächlich war nicht abbiegend sondern geardeaus ein weißes Männchen am Baum zu erkennen. Diese Markierung ist viel zu spät und zu dieser Zeit durch das Tageslicht auch schlecht zu erkennen.
Die erste Hürde war nun überwunden und so erreichte ich die Haarnadelkurve, wo sich ein Kreuzweg bergwärts drehte. Später werde ich erfahren, dass Läufer dies übersahen und gleich weiter durch den Ort liefen. Der Weg ist dadurch kürzer und die Bergwertung ersparte man sich auch. Wie auch immer, ich folgte den Kreuzweg bergwärts bis zur Kirche. Links an der Kirche vorbei und wieder stand ich vor einer Wanderwegkreuzung mit einigen Wegmarkierungen. Leider fehlten an dieser Stelle die sehr hilfreichen Bodenmarkierungen und so nahm ich den frisch blau und gelb markierten Weg. Zuerst kurz talwärts und dann wieder bergwärts. Nachdem ich schon ein schönes Stück bergwärts geschafft hatte und ich bereits das Männchen vermißt hatte, kehrte ich zur Wanderegkreuzung zurück und wandte mich den Weg mit einer verblichenen gelben Markierung zu. Kurze Zeit später in einer Kurve tauchte dann das weiße Männchen verblichen an einem Baum auf. Ich folgte nach den Vorkommnissen etwas enttäuscht, den Weiterweg und erreichte um 12.11Uhr und 45,29km die fünfte Konroll- und Labestelle in Kőszeg. Mittlerweile hatten mich durch meine Irrläufer auch schon Läufer eingeholt, die den kürzeren Weg durch Kőszeg gewählt hatten. Sie hatten 41,5km am Tacho und ich bereits 45,29km!
5. Kontroll- und Labestelle Kőszek

Ich ging etwas früher von dieser Kontrolle ab, aber es dauerte nicht lange und ich wurde überholt. Vier Mann und eine Dame zogen an mir vorbei. Marathoni Johannes Macho war noch immer als erster an der Spitze. Nachdem diese Läufergruppe bald aus meinen Blicken zu entschwinden drohte, versuchte ich trotz meiner Schmerzen in der Aufhängung, nachzukommen. Fast gemeinsam erreichten wir die sechste Kontroll- und Labestelle in Cák um 13Uhr und 50,75km. An dieser Kontrollstelle erfuhren wir, dass es noch etwas 14km seien bis ins Ziel. Ich glaubte mich trifft der Schlag, fast 65km, das kann doch nicht sein!
6. Kontroll- und Labestelle Cák

Nach kurzer Pause und Genuß einer Banane und Mineralwasser folgte ich weiter den Weg. Die Läuferin und Läufer sind bereits voraus. Die anderen drei hielten noch Rast. Die zwei drohten, dass ich sie aus den Augen verliere, also mußte ich zwangsweise nachsetzen und ich konnte den Schritt bis zur letzten Kontroll- und Labestelle in Bozsok nach 54,69km halten. Die Läuferin mußte austreten und somit fiel sie etwas zurück.
7. Kontroll- und Labestelle Bozsok
Laut Auskunft sollten es noch ca. 6km bis ins Ziel sein. Na dann weiter. Kurz nach Bozsok erreichten wir wieder österreichischen Boden und es folgte eine Straße gemächlich steigend nach Rechnitz. Das Ziel erreichte ich um 14,17Uhr und nach 60,62km, 6min hinter unseren Marathoni Johannes Macho und eine Minute hinter dem Läufer.
Ziel in Rechnitz....geschafft!

Die technischen Daten aus Runtastic Pro


Zusammenfassend ist diese Gschriebstein Roas eine sehr gut gelungene Veranstaltung, das beweisen auch die fast 400 TeilehmerInnen! Die Verpflegstellen sind sehr gut, alles da was man als Wanderer so benötigt und das gratis. Lediglich Bier ist kostenpflichtig. Die Mitarbeiter und Personal allesamt sehr freundlich und entgegenkommend. Auch für die Sicherheit wurde mit den Listen und Kontrolle an jeder Kontrollstelle gesorgt. Das Wetter, auch herbstlich warm, unterstützte diese tolle Veranstaltung zusätzlich. Die Markierung in Österreich ohne Makel.

Trotzdem gibt es auch ein paar Anregungen, um die Veranstaltung noch zu verbessern und die lauten aus meiner Sicht wie folgt:
Die Startkarte ist soweit ok, bis auf die Kinder- oder Mickymausstempel. Die können zur Motivation für Kinder durchaus hilfreich sein, haben aber im Wandern für Erwachsene wenig Stil.

Der Streckenplan ist genau genommen nicht brauchbar. Auch die von der HP downloadbare GPS-Datei ist unterschiedlich zu diesem Streckenplan. Ein Streckenplan, wo die Markierung speziell in Ungarn nicht ausreichend ist, sollte in Farbe und detailierter sein.

Das Design dieser Urkunde entspricht durchaus dem Standard und ist auch gut gelungen. Trotzdem sollte die Urkunde in einer Schutzhülle überreicht werden, denn irgendwie ist eine Urkunde immer noch ein Dokument und sollte auch dementsprechend geschützt werden. z.B. Regen, schwitzende Hände, usw.

Da kann man geteilter Meinung sein. Qualität, Design und Ausführung schauen etwas billig aus.

Das ist durchaus ok. Marketing ist wichtig und notwendig.

Diese Veranstaltung ist leider nichts für Stempelsammler. Im Ziel kein Vereinsstempel verfügbar, nur Kinderstempel wie im Bild zu sehen. Nach Nachfrage wegen Vereinsstempel kam die Antwort: Haben wir noch nicht da!


Die Markierung ist für Erstteilnehmer in Ungarn unzureichend. Im Facebook ist zu lesen, dass dies in Ungarn jedes Jahr ein Orientierungslauf sei und das kann ich nur bestätigen. Dem Veranstalter müßte das nach 9 Jahren bereits bekannt sein, um dementsprechend zu reagieren. Entweder man markiert so makellos wie in Österreich, oder wenn man wie in Ungarn scheinbar das nicht macht, oder machen will, die Permanentmarkierungen enger.

Die Frage nach Aufnahme in den Cup, kann ich so lange das Markierungsproblem in Ungarn nicht gelöst ist, nicht zustimmen. Wir haben heuer in St.Georgen die Auswirkungen von nur Permanentmarkierung erlebt und ich muß vermeiden, dass Emotionen und Enttäuschungen wieder hochkommen, speziell wenn die Strecke original schon 56km hat und durch mögliche Irrläufer im Ausland noch verlängert wird!

Empfehlenswert ist für ErstteilnehmerInnen sich an Wanderer versuchen anzuhängen, die den Weg durch Ungarn auch original kennen. Damit kann man sich einige Kilometer mehr und möglichen Ärger ersparen.

In paar Impressionen aus meiner Kamera  weiter ...


 

Copyright 2016. All rights reserved.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü